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Henschel Quartett elektrisiert Leverkusen. 

Die vier Mitglieder des Henschel Quartetts waren erst am Vortag von einer Konzertreise aus den USA zurückgekehrt. Von Jetlag allerdings war bei ihrem Spiel bei der Matinee in Schloss Morsbroich nichts zu spüren. Nicht nur, weil sie hochprofessionell die technischen Herausforderungen des anspruchsvollen Programms meisterten, sondern weil ihre elektrisierende Art des Musizierens auch die zurückgelehnten Zuhörer auf die Stuhlkante holte. 

Direkt, packend, energisch war der Sound dieses erfolgreichen Ensembles, das Mozarts Streichquartett C-Dur konsequent von klebrigem Zuckerguss befreite. Auch das Andante cantabile, das nach dem pulsierenden und drängenden Allegro einen zarteren Ton anschlägt. Seidenweich, aber mit Substanz färbten sie da den veredelten Streichersound. Verspielt und mitunter keck starteten sie zum virtuosen Finale durch. Die Komposition ist wegen ihres diffusen, an eine Ursuppe von musikalischen Ideen erinnernden Beginns als "Dissonanzenquartett" in die Musikgeschichte eingegangen. So die Wahrnehmung zur Entstehungszeit, die durch veränderte Hörerfahrungen heute kaum nachzuempfinden sind, wo das Publikum nicht mal bei einem Werk von Erwin Schulhoff zusammenzuckt. Dabei war das "Enfant terrible" unter den Komponisten des beginnenden 20. Jahrhunderts dazu angetreten, die klassischen Konzertbesucher aufzuschrecken. Eventuelle Anklänge an seine Lehrer seien jedenfalls als Parodie zu verstehen, hat er betont. Seine fünf Stücke für Streichquartett erlebten die Zuhörer im Schloss als das originellste Stück der Matinee. Kein Wunder, wenn das Cello ein wildes Störfeuer entfacht, während Geigen und Viola sich in anmutige Melodik einer "Serenata" ergießen. .

Ein musikalischer Spaß, dem nach der Pause Romantik folgte. Sämtliche Facetten der Liebe breiteten die vier Musiker beim Streichquartett a-moll op. 13 aus, das Felix Mendelssohn Bartholdy als 16-Jähriger schrieb. Eingerahmt von der Melodie eines zuvor komponierten Liedes - die bange Frage des jungen Verliebten an die Auserwählte: "Ist es wahr?" - vermitteln die vier Sätze ein Wechselbad der Gefühle von jugendlich, kraftvoll, unwirsch bis zärtlich, zögernd und innig. Das Henschel Quartett leuchtete sämtliche Nuancen aus.

 

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